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Reife und Eros

oder warum sich der tantrischer Weg  am besten für Frauen ab 45 eignet

Geschichte

Zu diesem Text wurde ich inspiriert,  als ich am 18.09.2011 im Freud-Museum in Wien meditiert habe. Am Tag davor habe ich einer wunderbaren reifen Frau eine lange Tantramassage gegeben, die auch mich sehr bald in eine tiefe Ekstase geführt hat. Nun saß ich am Boden in Freuds Behandlungszimmer, und verschiedenste Bilder gingen mir durch den Kopf: ich sah meine Mutter und mich als Kind, Hysterikerinnen  auf der Couch, tanzende Musen, fliegenden Eros und die Aphrodite am Meer. Ich habe wahrgenommen, wie die heilende Energie dieses Raumes meinen Körper durchdringt, und dass auch ich in der Lage bin meinen kleinen Beitrag zur sexuellen Heilung zu leisten. 

Mit ca. 45 Jahren beginnt die weibliche Sexualität zum zweiten Mal zu blühen. Dies ist mit der Wiedererweckung der Lust und mit einer Renaissance der göttlichen erotischen Leidenschaft verbunden. In der Sexual- und gendertheoretischen Forschung ist es weitläufig bekannt, dass die Geschlechtsunterschiede mit den Jahren nachlassen, dass Frauen im Alter immer männlicher werden und Männer weiblicher. Das bedeutet, dass der  weibliche Körper nicht nur mehr Oxytozin, sondern auch mehr Testosteron produziert, und  dass die Lust dadurch viel kraftvoller und zielgerichteter wird: es ist nicht mehr nur eine gebende Lust, sondern auch eine nehmende. Die Frau weiß nun genau, was sie will, und fühlt sich ganz bereit, die starke männliche Lust zu empfangen (da sie sie jetzt selbst auch verspürt!)

Zugleich werden reife Frauen immer besser mit ihrem Körper vertraut, entwickeln ein stärkeres Leibgefühl, können ihre Emotionen bewusst beherrschen und steuern, und  insgesamt sind sie viel offener für körperliche Liebe.

Leider steht diese natürliche, biologische Entwicklung der Frau nicht immer im Einklang mit der sexuell-kulturellen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft. In unserer Kultur werden vor allem junge Frauen sexuell gefördert und gefordert. Es hängt hauptsächlich mit dem weit verbreiteten Wunsch der Männer nach einem frischen, jungen und schönen Körper zusammen, der durchaus biologisch (die Zeugung eines gesunden Nachkommens) bedingt ist. Nur hat die Liebe und das Vergnügen am Sexuellen bei der Frau in dieser Altersstufe nicht mehr so viel mit der Zeugung zu tun.

Die reifen Frauen sind aber genauso liebens- und begehrenswert wie die jungen, oder sogar noch viel mehr! Denn sie bringen viel mehr Lebens-, Gefühls- und Körpererfahrung ins Spiel und tauchen in die sexuelle Welt viel tiefer ein, mit einem stärkeren erotischen Gespür, mit viel Herzenergie, manchmal ein wenig ruhiger als die junge Frauen, doch gleichzeitig mit einer großen Leidenschaft und Hingabe. Ja, vor allem diese wachsende Fähigkeit zur Hingabe ist die Eigenschaft, die Frau erst mit den Jahren entwickelt. Unglücklicherweise ist oft kein Mann da, der diese Fähigkeit schätzen und die sich hingebende Frau liebevoll (an)nehmen kann. Der junge Mann sieht sie aufgrund seiner streng-konventionellen Erziehung und seines an traditionellen Archetypen angelehnten Weltbildes kaum als potenzielle Liebespartnerin, und der alte Mann ist in diesen Jahren oft nicht mehr potent genug, um mit so einer lustvollen und leidenschaftlichen Frau zusammen zu sein. Dies scheint für die reife europäische Frau trotz aller stattgefundenen sexuellen Revolutionen eine traurige Entwicklung (oder eher Enttäuschung?) zu sein, die eng mit der Tabuisierung und der komplexen Geschichte der Sexualität in unserer Kultur zusammenhängt.

Es erklärt aber zugleich ganz genau, warum Frauen erst in diesen Jahren die Welt des Tantra für sich entdecken. Tatsächlich: alles, was vorher gesagt wurde, schafft für die reife Frau ideale Voraussetzungen,  um mit ca. 45 Jahren mit der tantrischen Praxis zu beginnen. Darum sind in der tantrischen Szene junge Frauen kaum zu finden. Diese Szene bietet aber vor allem den älteren Frauen den idealen Raum, um sich mit ihrem Körper und mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen, um ihre Lust nicht nur zu studieren, sondern in einem achtsamen, bewussten und verantwortungsvollen Rahmen wahr-zu-nehmen und zu er-leben.

Integrales

Aus der Sicht des AQAL bedeutet dies zusammengefasst für 4 Quadranten Folgendes:

Im Innerlich-Individuellen verspüren viele Frauen in diesem Alter viel erotische Lust, die im weiten Rahmen der reifen Körperwahrnehmung, der Herz-Energie, des Mitgefühls, der Mutter-Erfahrung und des  spirituellen Geistes entsteht. Sie können sich aber nicht wirklich sexuell verwirklichen, bzw. kann sich ihre Lust  nicht nach außen in der Fülle entfalten. Diese durchaus krisenähnliche Situation kann sich durch Mangel-, Einsamkeits- oder Kompensationsgefühle und Gefühle des Zukurzgekommenseins verstärken. Wir haben aber gesehen, dass das, was sich als inneres persönliches Problem zeigt, vielmehr eine transpersonale und kulturelle Fehlentwicklung darstellt.

Von der außen-individuellen Perspektive werden diese Frauen daher oft als bedürftig, manisch oder süchtig wahrgenommen. Die erhöhten Oxytozin-Werte werden klischeehaft als Ausdruck der mütterlichen Gefühle interpretiert, die Testosteron-Werte entweder als altersbedingt und “normal” oder sogar als aggressive, gestörte oder homosexuelle Tendenzen.

Im Kollektiv-Inneren findet reife Lust daher keine Anerkennung, denn die immer noch patriarchal-betonte Gesellschaft tut ihr Bestes, um sie zu unterschätzen bzw. zu verdrängen. Mit anderen Worten, es ist  die unterdrückte Angst der Männer, sich impotent zu zeigen, die aus dem Schatten in Form einer negativen Bewertung der reifen weiblichen Lust wirkt. Es handelt sich für diese Männer um den Kali-Aspekt der Parvati, vor dem sich viele Herren unserer Zeit, die ihr männliches Schiva-Prinzip wegen einer distanzierten/gestörten Beziehung zur Mutter nicht verwirklichen konnten, fürchten. An dieser Stelle geht die postmoderne psychoanalytische Sicht Hand in Hand mit dem hinduistischen Mythos.

Im kollektiv-äußeren Quadranten kann es uns gelingen, dieses Phänomen als Kultur-Krankheit zu sehen und zu interpretieren, um mögliche Therapiemethoden zu finden. Eine solche Art von Therapie kann die Praxis des sexuellen Tantra darstellen, durch die Männer zu ihrem himmlischen Sein/Erkennen und Frauen zu ihrer  irdischen Lust  Zugang finden. Dann wird der Mann in der Frau die lustvolle, begehrenswerte und liebenswerte Göttin wiedererkennen. Die Frau kann dann in ihrer reifen Lust nicht nur selbstbewusst ruhen, sondern sie wird auch gesehen, begehrt, angenommen und geliebt.

Mein Tantramassage-Angebot

Meine ganzheitliche Tantramassage für die Frau ab 45 stellt eine  perfekte Möglichkeit dar, in die Welt des Tantra einzutauchen und sich darin zu vertiefen. Diese authentische, zärtliche und feine Tantramassage stiftet Dir Mitgefühl und Angenommensein, Du wirst Dich von mir zutiefst respektiert, gesehen, berührt und ausbalanciert fühlen. Als aufmerksamer, sinnlicher, erfahrener und achtsamer Wegbegleiter helfe ich Dir,  Deine Kraft und die Quelle des Lebens in Deiner eigener Lust zu finden und daraus zu schöpfen. Dabei spielt für mich Deine äußere Erscheinung  überhaupt keine Rolle. Vielmehr sind es Deine inneren  Qualitäten, die ich schätzen und zum Vorschein bringen werde: Deine innere Reife, Deine Körper- und Gefühlserfahrung, Deinen Geist und Dein Herz, die dank meiner Tantramassage zur Bereicherung, Entwicklung, Ekstase und Fülle in der Liebe beitragen.

Mit meiner liebevollen ganzheitlichen Tantramassage für die Frau ab 45 schaffe ich es, gegen den Mainstream zum Licht zu schwimmen um die wunderbare Qualitäten der reifen Frauen zu fördern und die Fülle ihrer Erfahrungen  vollkommen und bewusst zum Ausdruck zu bringen.

(c) Zürich, 22.09.2011

Integrale Tantramassage, Sinnliche Massage und Yoni-Massage für Frauen in Zürich

Integrale Tantramassage, Sinnliche Massage und Yoni-Massage für Frauen in Zürich

Wenn ich Dir eine Tantramassage gebe, lege ich einen grossen Wert auf die Energie des Herzens, auf Zärtlichkeit, Sinnlichkeit, Harmonie und bewussten Umgang mit der Lust. Natürlich werde ich dabei Deine persönliche Geschichte, Deine Präferenzen, Wünsche und Vorstellungen berücksichtigen. Um die spirituelle Dimension des Begehrens zu erlangen, kombiniere ich in meiner Arbeit Elemente aus der intuitiven Tantramassage mit der Tao-Massage, Kaschmirischen Meditation, Schiva-Tanz, Bonding, Ying-Yang-Massage und Kanscha-Massage. Eine Tantra-Massage kann, muss aber nicht! eine Yoni-Massage oder/und Anal-Massage miteinschliessen

Da für viele Frauen der Weg zur Tantramassage nicht ganz einfach ist, möchte ich Dir eine positive Entscheidung leichter machen, indem ich Dir schon am Anfang viel Aufmerksamkeit schenke und sehr vorsichtig mit Dir umgehe. Wir führen ein Vorgespräch bei einer Tasse Tee, das auch länger und ausführlicher sein darf. Es folgt ein Begrüssungsritual, eine tiefe Ganzkörpter-Einlassen-Übung und eine Atemmeditation. Später massiere ich Dich vom Kopf bis Fuss mit Body-Balsam und entspannter Meditationsmusik (s. Liste links).

Jede Tantra-Massage beinhaltet eine sinnliche und heilsame body-to-body- Massage und eine Massage mit Klangschalen. Es wird eine lustvolle und entspannte ganzheitliche Erfahrung sein.  Zum Schluss führen wir ein Nachgespräch, indem wir uns über Dein Erlebnis austauschen.

Tantra ist ein spiritueller Weg – ein Weg der Bewusstseinserweiterung und der Lebenskunst.

Der Unterschied zu den anderen Wegen besteht darin, dass ein Tantrika ganz bewusst die Aufmerksamkeit auf die Lust als Gefühl richtet und auch auf Prozesse und Sinne, die die Lust im Bewusstsein hervorruft. Durch Aufmerksamsein findet die spirituelle Entwicklung statt. Der Unterschied zum Hedonismus (eine philosophische Strömung, die Lust als höchstes Gut und Bedingung für ein gutes Leben ansieht) besteht darin, dass ein Tantrika seinem Wunsch die Lust zu empfinden nicht blind nachgeht, sondern zuerst diesen Wunsch in sich selbst beobachtet, damit er in der Lage wird alle Folgen, die die Befriedigung der Lust mit sich bringen wird, tief einzusehen und zu verstehen. Auf die Lust, die nicht vom Herzen kommt und durch die Liebe und Zärtlichkeit nicht getragen wird, wird zuerst verzichtet.

Eine der stärksten Energien in unserem Leib und in unserem Geist ist die sexuelle Energie, die Sexualität. Sexualität dient nicht nur der Erhaltung des Lebens auf der Erde (Fortpflanzung), sondern sie ist auch die Quelle eines sehr starken Vergnügens. Man darf auch behaupten, dass Sex sogar das stärkste Vergnügen ist. Ausserdem ist alles im Kosmos sexuell bedingt, alles geschieht auf der Grundlage des Zusammenwirkens vom Männlichen und Weiblichen. Darum nutzt man im Neo-Tantra vor allem die sexuelle Energie um die Lust zu studieren, zu verstehen und bewusst zu steuern. Ein Tantrika zu werden bedeutet deshalb klar und deutlich diese Energie zu sehen und zu fühlen, sie zu beherrschen, ihren subtilsten Fluss und ihre Form zu erkennen, um selbst ganz bewusst die eigene Sexualität zu nutzen und mit ihrer Hilfe die Kunst zu erlernen sich selbst und andere Menschen zu vervollkommnen.

Leider setzte sich die Entwicklung unserer Sexualität im Verlauf der Evolution und der menschlicher Geschichte nicht immer korrekt und konsequent durch. Als Hindernis für eine gesunde Entwicklung diente vor allem der weit verbreitete Wunsch und das Streben die Sexualität irgendwelchen immer ganz unterschiedlichen, aber immer auch ganz festen Normen und Gesetzen zu unterwerfen: Moralischen, sozialen, politischen. Dies gilt sowohl für die einzelnen Individuen als auch für die Gesellschaft allgemein. Das Ergebnis einer solchen Entwicklung sind oft verschiedenste Ängste, Störungen, Blockaden, falsche innere Einstellungen, irrationale Stereotypen, sture Überzeugungen und kontraproduktive psychologische Muster, mit denen Sexualität heute unmittelbar verbunden ist. Ausserdem beeinflussten die Sexualität sehr stark andere Wissensbereiche: Ethik, Kultur, Geschichte, Religion, Ästhetik, Technik, Kunst, Wirtschaft, moderne Medien und Technologien und viele andere Gebiete und Wissenschaften. Dieser Einfluss war nicht immer negativ betont, doch sein Produkt ist eine sehr komplexe Sexualität geworden, die historisch, kulturell, religiös und ästhetisch so stark konditioniert ist, dass der einzelne Mensch heutzutage kaum in der Lage ist seine eigene Sexualität und die Erscheinungsformen der sexuellen Energie anderer Menschen adäquat wahrzunehmen, zu interpretieren und zu beurteilen.

Sexualtherapie und Sexualberatung, aber auch Neo-Tantra als spiritueller Weg der Suche und der Akzeptanz der eigenen sexuellen Natur setzen sich das Ziel die Sexualität von allen überflüssigen und nutzlosen festen Schichten der Konditionierung zu befreien, um darunter das Wesentliche, den Kern zu enthüllen, der die Liebe ist. Mit Hilfe vom Neo-Tantra ist es möglich destruktive Muster, Programme, Störungen und Überzeugungen aufzudecken, zu studieren und zu überwinden. Dabei kann der Mensch diejenigen z.B. kulturell bedingten sexuellen Muster beibehalten, die sich ihm als nutzvolle, attraktive oder einfach schöne erwiesen haben. Mit anderen Worten gesagt, ist Neo-Tantra, genau wie Sexualtherapie und Sexualberatung, ein Weg der Befreiung der Sexualität von der schweren Last ihrer Geschichte und von allen damit verbundenen Irrtümern, wobei sie gleichzeitig ein Weg der bewussten Entwicklung, Integration und Akzeptanz von wirklich wahren, schönen und guten Formen der Sexualität und der Lust ist.

In Fall einer erfolgreichen neo-tantrischen Praxis entwickelt der Mensch eine tiefe und bewusste, ganzheitliche und dynamische Sexualität, die ihm nicht nur Freiheit und Selbständigkeit in der Partnerschaft und in der Beziehung mit seinen Mitmenschen gestattet, sondern auch negative Energien und Emotionen transformiert, die unmittelbar mit der Sexualität verbunden sind. Dadurch wird persönliches und geistiges Wachstum in Aussicht gebracht, z. B. in solchen Bereichen wie Kreativität, Studium, Arbeit, Sport, Kindererziehung oder Verbesserung der beruflichen Situation.

Ein integraler Tantrika ist ein Freigeist, Freidenker und Lebenskünstler, der bewusste, freie und kreative Schöpfer seines eigenen Seins ist.

Stand 22.05.2011

Integrale Sexualtherapie ist eine Therapie, die zur Ganzheit führt.

So eine Psychotherapie setzt sich das Ziel alle Gebiete und Aspekte des Kosmos im persönlichen Bewusstsein einzuschließen. Integrales Tantra wurde von Silvio Wirth auf der Grundlage der integralen Lebenspraxis von Ken Wilber entwickelt. Die letzte beinhaltet vier Hauptmodule und einige Nebenmodule, die den einzelnen wichtigen Aspekten des menschlichen Wesens zugeordnet werden. Die Hauptmodule sind: Körper, Vernunft, Geist und Schatten, die Nebenmodule: Beziehungen, Emotionen, Sexualität, Arbeit, Kreativität und viele andere.

Darum stellt integrale Tantra-Therapie eine Zusammensetzung der einzelnen Tantras und Therapien dar, wobei jedes Tantra die spezifische Entwicklung der jeweiligen Bereiche fördert. Z. B. werden die Körper- und Atemübungen aus Kundalini-Yoga, die wir in einem integralen Tantra-Therapie-Training studieren, die Entwicklung des physischen Körpers gewährleisten, verschiedene Meditationen fördern geistige Entwicklung, Diskussionen und Vorträge unterstützen komplexere Gedankengänge und den Intellekt, und psychotherapeutische Techniken, die im tantrischen Forum angewendet werden, erleichtern uns die Schattenintegration (Einsichten ins Unterbewusstsein und ins Unbewusste). Integrale Tantra-Therapie beinhaltet auch gemeinsame Übungen in verschiedenen Künsten – Malerei, Musik, Literatur, und auch Anwendung multimedialer Kunst, verknüpft mit vielseitiger Gruppenkommunikation. Dies fördert unmittelbar die Kreativität, emotionelles Bewusstsein und Beziehungsentwicklung.

Sexualität ist der Grundstein des Tantra. Tantrische Rituale und sexuelle Kommunikation, Tantra-Massage mit dem Partner oder in der Gruppe bilden den Kern des integralen tantra-therapeutischen Konzepts. Hier wird mit Hilfe korrekter sexueller Ethik und durch konkrete Auseinandersetzung im tantrischen Kreis die höchstmögliche Vielseitigkeit und ganzheitliche Entwicklung der Person erreicht.

Dabei ist vor allem zu berücksichtigen, dass eine meisterhaft vollzogene und ganz bewusst und tief innerlich verstandene sexuelle Vereinigung von zwei Menschen in einem Liebesakt, die unmittelbar an sich einen höchst harmonischen und ganzheitlichen Akt darstellt, den ein menschliches Wesen vollziehen kann, beinhaltet schon alle oben erwähnte Module und Aspekte. Nur diese einfache und auf den ersten Blick gar selbstverständliche Tatsache wird heute leider nur ganz selten jemandem bewusst, auch in s. g. tantrischen und esoterischen Kreisen.

Ihre Aufgabe sieht integrale Tantra-Therapie im immer tieferen Bewusstmachen der einzelnen Aspekte der Sexualität, in der ausbalancierten und konsequenten Entwicklung ihrer individuell notwendigen oder attraktiven Erscheinungsformen. Die integrale Struktur ist heutzutage ein höchst aktuelles und vollständiges Konzept, das sich in mehreren Instituten der Welt durchgesetzt hat. Sie hat ihre hohe Kompetenz und Relevanz in vielen unterschiedlichsten Bereichen erwiesen, z. B. in Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Spiritualität, Politik, Ökologie, Gender Studies, Psychologie und Philosophie.

Was versteht man darunter?
Tantra ist ein Wort aus der alten indischen Hochsprache Sanskrit und bedeutet “verweben” oder “ausdehnen”. Die Ursprünge der fernöstlichen Tantra-Lehre reichen mehrere tausend Jahre zurück, und sie entstand als eine Gegenbewegung zum asketischen Yoga und zum Buddhismus. Tantra versteht sich als ein geistiger Erfahrungsweg, der Erotik und sexuelle Energie bewusst mit einbezieht. Eine Heilmethode im eigentlichen Sinne ist das Tantra nicht. Das gilt auch für die Tantra-Massage, mit der weniger körperliche Verspannungen gelöst werden sollen, sondern es geht vielmehr um eine “Erweiterung” der Sinneswelt. Sexualität spielt in Tantra-Seminaren eine wichtige Rolle, so werden unter anderem auch die Massagen teilweise unbekleidet durchgeführt, was sowohl für den Behandelten als auch für den Masseur gilt.

Die Tantra-Lehre geht davon aus, dass in jeder Frau ein göttlicher Wesenskern steckt, der “Shakti” genannt wird. In jedem Mann ist ein Teil des Gottes “Shiva” vorhanden. Beide “wohnen” diesen Vorstellungen gemäß in den Körpern wie in einem Tempel. Die Begegnung von Mann und Frau bedeutet im Tantra daher immer auch die Begegnung zweier Gottheiten. Nicht alle Angebote, die eine Tantra-Massage offerieren, sind seriös. Immer öfter verbergen sich dahinter rein sexuelle Interessen, ohne religiösen oder philosophischen Hintergrund.

Was will die Methode erreichen?
Die Tantra-Lehre möchte eine neue Beziehung zum eigenen Körper und der ihm innewohnenden Sinnlichkeit aufbauen. Ein erster Schritt besteht darin, seinen eigenen Körper mit allen Fehlern anzunehmen und zu akzeptieren. Im Tantra gilt der Körper als der “Tempel der Seele”. Ziel ist es daher Körper und Seele in eine neue Harmonie zu bringen.

Neben Körpererfahrungen wie der Tantra-Massage, die vielfach erotische Elemente beinhaltet, werden in Tantra-Seminaren Atemtechniken geübt. Darüber hinaus gibt es Yoga-ähnliche Körperübungen, Tänze und Trance. Gespräche – entweder allein mit einem Tantra-Lehrer oder in einer Seminar-Gruppe gehören ebenfalls zum Programm.

Zu Heilzwecken im medizinischen Sinne ist die Tantra-Lehre nicht geeignet. Tantra wird von vielen Anhängern eher als Methode zur Selbstfindung und zur “sexuellen Befreiung” angesehen.

Rezepte zum Selbermachen
Um die Tantra-Massage zu erlernen, können spezielle Seminare besucht werden. Die Massage wird in der Regel paarweise angewandt.

Was bezahlt die AOK?
In der Tantra-Bewegung stehen medizinische Anwendungen nicht im Vordergrund. Eine Übernahme von Seminarkosten durch die AOK scheidet daher grundsätzlich aus.

http://www.aok.de/bundesweit/gesundheit/behandlung-alternative-therapien-tantra-massage-8032.php

Im Zusammenhang mit der Tantramassage werden häufig auch die Begriffe Yoni- und Lingam-Massage verwendet. Die beiden folgenden Artikel beschreiben die Hintergründe und Absichten dieser genitalen Heilmassagen.

Yoni-Massage – Ein individueller Weg zur weiblichen Sexualität
Die Yoni-Massage ist eine fundierte Massage des weiblichen Genitalbereiches, die auf taoistischem Gedankengut basiert. Die Frau empfängt, bewahrt und speichert viele Informationen, auch die vorangegangener Frauengenerationen, in ihrer Yoni. Sie ist somit ein Ort vieler Geheimnisse, ein Ort, der kleinste Verletzungen und die zauberhaftesten Momente preisgibt, sobald wir mit ihm in einen bewussten Kontakt treten. Die Reflexzonen der Yoni werden auf eine behutsame und respektvolle Weise massiert und die Körperpanzerung wird gelockert.

Das Wort “Yoni” kommt aus dem indischen Sanskrit und benennt den gesamten weiblichen Genitalbereich, von der Vulva zur Vagina, der Gebärmutter bis hin zu den Eierstöcken. Dr. Joseph Kramer, Theologe und Sexualforscher, Oakland, Kalifornien, schuf 1982, inspiriert durch die Lehren des Taoismus, eine Form spirituell-erotischer Körperarbeit mit dem Schwerpunkt Atem und Massage. In Zusammenarbeit mit Annie Sprinkle, die sich selbst als sexuelle Heilerin bezeichnet, entstand 1993 die Yoni-Massage, die Massage des weiblichen Genitalbereiches.

Die Yoni-Massage bildet das Herzstück einer sinnlichen Ganzkörpermassage. Sie findet in einem klar definierten Rahmen, in einer sinnlichen, liebevollen, präsenten Atmosphäre statt und bietet der Empfängerin die Möglichkeit, auf einer Reise zur eigenen Weiblichkeit, neue Wege einer selbstbewussten und selbst bestimmten Sexualität zu erproben.

Als Vorbereitung wird der ganze Körper mal dynamisch mal sinnlich berührt und massiert. Dann werden im Dialog mit einer erfahrenen Masseurin die verschiedenen Bereiche der Yoni berührt und neu erfahren. Da ist Raum und Zeit, Verspannungen oder verdrängte Verletzungen zu durchleben. Eine tiefe, bewusst geleitete Atmung wird zur Erweiterung des sexuellen und spirituellen Erlebens angeregt und die eigene Lust, so wie sie sich in diesem Moment zeigt, angenommen und gefeiert.

Lingam-Massage Ein individueller Weg zur männlichen Sexualität

Die Lingam-Massage ist eine fundierte Massage des männlichen Genitalbereiches, die auf taoistischem Gedankengut basiert. Sie bringt die sexuellen Energien mit achtsamen, sinnlichen und energetisierenden Berührungen in Fluss. Dabei werden die Reflexzonen des Lingams aktiviert und der Körper kann sich entspannen und loslassen.

Das Wort “Lingam” kommt aus dem indischen Sanskrit und benennt den gesamten männlichen Genitalbereich, vom Penis über den Hoden bis hin zur Prostata. Dr. Joseph Kramer, Theologe und Sexualforscher, Oakland, Kalifornien, schuf 1982 inspiriert durch die Lehren des Taoismus eine Form spirituell-erotischer Körperarbeit mit dem Schwerpunkt Atem und Massage.

Die Lingam-Massage bildet den Abschluss einer sinnlichen Ganzkörpermassage. Sie findet in einem klar definierten Rahmen, in einer aufmerksamen, liebevollen, präsenten Atmosphäre statt und bietet dem Empfänger die Möglichkeit, sich in seiner Männlichkeit angenommen zu fühlen.

Die Massage beginnt mit einem Eröffnungsritual. Zunächst wird der ganze Körper mal dynamisch massiert und mal sinnlich berührt. Dann werden im Dialog mit einer erfahrenen Masseurin die verschiedenen Bereiche des Lingams in die Massage einbezogen. Eine tiefe, bewusst geleitete Atmung wird zur Erweiterung des sexuellen und spirituellen Erlebens angeregt und die eigene Lust, so wie sie sich in diesem Moment zeigt, angenommen und gefeiert.

Die Lingam-Massage ermöglicht dem Empfänger die Erfahrung eines bewussten Umgangs mit seinen sexuellen Energien. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Ejakulation zu vermeiden und mit Hilfe des Big Draws, einer taoistischen Atem-Übung, die sexuellen Energien im ganzen Körper zirkulieren zu lassen.

Für Therapeuten.de verfasst von:
Gitta Arntzen und Michaela Riedl
AnandaWave® – Raum für sinnliches Erleben
www.Tantramassagen.de
Michaela Riedl ist Autorin bzw. Ko-Autorin der Bücher:
Yoni-Massage – weibliche geniale Heilungsmassage
Lingam Massage: Die Kraft männlicher Sexualität neu erleben
(beide Hans-Nietsch-Verlag).

Die Original Tantramassage ist eine Methode, die von Andro Andreas Rothe, dem Leiter des ersten deutschen Tantra-Institutes, bekannt gemacht wurde (Diamond Lotus Institut, seit 1977 in Berlin). Sie fasst Grundlagen und Methoden aus verschieden fundierten Massagetechniken sowie Elemente aus Yoga, Bioenergetik und Sexualtherapie auf integrative Weise zusammen.

Der Begriff Tantra weist auf die altindische Kultur hin, in der die sexuelle Natur des Menschen angenommen und geachtet wird, der Körper gilt als Tempel der Seele und wird ganzheitlich behandelt, es sei denn der Klient oder die Klientin selbst möchte an bestimmten Stellen nicht angefasst werden. In der Tantramassage verbinden sich Entspannung und Wohlgefühl einerseits und andererseits die Auseinandersetzung mit konkreten sexualtherapeutischen Themen in einem Setting, das frei von Scham und Erwartungsdruck ist.

Weitere Einflüsse stammen vom Theologen und Sexualforscher Dr. Joseph Kramer in Oakland, Kalifornien (1984). Kramer schuf eine Form spiritueller, erotischer Körperarbeit, die auf tantrisch-taoistischen Grundlagen beruht und in erster Linie Atem- und Massagearbeit zum Schwerpunkt hat, wichtiger Bestandteil dieser Massagearbeit war die sogenannte Lingammassage (d. h. die Massage des männlichen Genitals). In Zusammenarbeit mit Annie Sprinkle wurde das weibliche Gegenstück dazu die sogenannte Yonimassage entwickelt. Weiter theoretische Wurzeln gehen dabei unter anderem zurück auf Wilhelm Reich, Alexander Lowen und Mantak Chia.

Im Oktober 2004 gründeten u. a. Mitarbeiter des Diamond-Lotos-Institutes Berlin und Martina Weiser von ANANDA Köln den Tantramassage Verband e. V. (TMV). Zweck des Verbandes ist die inhaltliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung der Tantramassage sowie die umfassende Interessensvertretung und Unterstützung der ausgebildeten Tantramasseure / Tantramasseurinnen in allen Fragen ihrer professionellen Arbeit.

Verfasst und autorisiert von:

Martina Weiser, ANANDA – Kunst der Berührung, Tantramassage Verband e. V.,

www.tantramassage.de, www.tantramassage-verband.de

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