Reife und Eros
oder warum sich der tantrischer Weg am besten für Frauen ab 45 eignet
Geschichte
Zu diesem Text wurde ich inspiriert, als ich am 18.09.2011 im Freud-Museum in Wien meditiert habe. Am Tag davor habe ich einer wunderbaren reifen Frau eine lange Tantramassage gegeben, die auch mich sehr bald in eine tiefe Ekstase geführt hat. Nun saß ich am Boden in Freuds Behandlungszimmer, und verschiedenste Bilder gingen mir durch den Kopf: ich sah meine Mutter und mich als Kind, Hysterikerinnen auf der Couch, tanzende Musen, fliegenden Eros und die Aphrodite am Meer. Ich habe wahrgenommen, wie die heilende Energie dieses Raumes meinen Körper durchdringt, und dass auch ich in der Lage bin meinen kleinen Beitrag zur sexuellen Heilung zu leisten.
Mit ca. 45 Jahren beginnt die weibliche Sexualität zum zweiten Mal zu blühen. Dies ist mit der Wiedererweckung der Lust und mit einer Renaissance der göttlichen erotischen Leidenschaft verbunden. In der Sexual- und gendertheoretischen Forschung ist es weitläufig bekannt, dass die Geschlechtsunterschiede mit den Jahren nachlassen, dass Frauen im Alter immer männlicher werden und Männer weiblicher. Das bedeutet, dass der weibliche Körper nicht nur mehr Oxytozin, sondern auch mehr Testosteron produziert, und dass die Lust dadurch viel kraftvoller und zielgerichteter wird: es ist nicht mehr nur eine gebende Lust, sondern auch eine nehmende. Die Frau weiß nun genau, was sie will, und fühlt sich ganz bereit, die starke männliche Lust zu empfangen (da sie sie jetzt selbst auch verspürt!)
Zugleich werden reife Frauen immer besser mit ihrem Körper vertraut, entwickeln ein stärkeres Leibgefühl, können ihre Emotionen bewusst beherrschen und steuern, und insgesamt sind sie viel offener für körperliche Liebe.
Leider steht diese natürliche, biologische Entwicklung der Frau nicht immer im Einklang mit der sexuell-kulturellen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft. In unserer Kultur werden vor allem junge Frauen sexuell gefördert und gefordert. Es hängt hauptsächlich mit dem weit verbreiteten Wunsch der Männer nach einem frischen, jungen und schönen Körper zusammen, der durchaus biologisch (die Zeugung eines gesunden Nachkommens) bedingt ist. Nur hat die Liebe und das Vergnügen am Sexuellen bei der Frau in dieser Altersstufe nicht mehr so viel mit der Zeugung zu tun.
Die reifen Frauen sind aber genauso liebens- und begehrenswert wie die jungen, oder sogar noch viel mehr! Denn sie bringen viel mehr Lebens-, Gefühls- und Körpererfahrung ins Spiel und tauchen in die sexuelle Welt viel tiefer ein, mit einem stärkeren erotischen Gespür, mit viel Herzenergie, manchmal ein wenig ruhiger als die junge Frauen, doch gleichzeitig mit einer großen Leidenschaft und Hingabe. Ja, vor allem diese wachsende Fähigkeit zur Hingabe ist die Eigenschaft, die Frau erst mit den Jahren entwickelt. Unglücklicherweise ist oft kein Mann da, der diese Fähigkeit schätzen und die sich hingebende Frau liebevoll (an)nehmen kann. Der junge Mann sieht sie aufgrund seiner streng-konventionellen Erziehung und seines an traditionellen Archetypen angelehnten Weltbildes kaum als potenzielle Liebespartnerin, und der alte Mann ist in diesen Jahren oft nicht mehr potent genug, um mit so einer lustvollen und leidenschaftlichen Frau zusammen zu sein. Dies scheint für die reife europäische Frau trotz aller stattgefundenen sexuellen Revolutionen eine traurige Entwicklung (oder eher Enttäuschung?) zu sein, die eng mit der Tabuisierung und der komplexen Geschichte der Sexualität in unserer Kultur zusammenhängt.
Es erklärt aber zugleich ganz genau, warum Frauen erst in diesen Jahren die Welt des Tantra für sich entdecken. Tatsächlich: alles, was vorher gesagt wurde, schafft für die reife Frau ideale Voraussetzungen, um mit ca. 45 Jahren mit der tantrischen Praxis zu beginnen. Darum sind in der tantrischen Szene junge Frauen kaum zu finden. Diese Szene bietet aber vor allem den älteren Frauen den idealen Raum, um sich mit ihrem Körper und mit ihrer Sexualität auseinanderzusetzen, um ihre Lust nicht nur zu studieren, sondern in einem achtsamen, bewussten und verantwortungsvollen Rahmen wahr-zu-nehmen und zu er-leben.
Integrales
Aus der Sicht des AQAL bedeutet dies zusammengefasst für 4 Quadranten Folgendes:
Im Innerlich-Individuellen verspüren viele Frauen in diesem Alter viel erotische Lust, die im weiten Rahmen der reifen Körperwahrnehmung, der Herz-Energie, des Mitgefühls, der Mutter-Erfahrung und des spirituellen Geistes entsteht. Sie können sich aber nicht wirklich sexuell verwirklichen, bzw. kann sich ihre Lust nicht nach außen in der Fülle entfalten. Diese durchaus krisenähnliche Situation kann sich durch Mangel-, Einsamkeits- oder Kompensationsgefühle und Gefühle des Zukurzgekommenseins verstärken. Wir haben aber gesehen, dass das, was sich als inneres persönliches Problem zeigt, vielmehr eine transpersonale und kulturelle Fehlentwicklung darstellt.
Von der außen-individuellen Perspektive werden diese Frauen daher oft als bedürftig, manisch oder süchtig wahrgenommen. Die erhöhten Oxytozin-Werte werden klischeehaft als Ausdruck der mütterlichen Gefühle interpretiert, die Testosteron-Werte entweder als altersbedingt und “normal” oder sogar als aggressive, gestörte oder homosexuelle Tendenzen.
Im Kollektiv-Inneren findet reife Lust daher keine Anerkennung, denn die immer noch patriarchal-betonte Gesellschaft tut ihr Bestes, um sie zu unterschätzen bzw. zu verdrängen. Mit anderen Worten, es ist die unterdrückte Angst der Männer, sich impotent zu zeigen, die aus dem Schatten in Form einer negativen Bewertung der reifen weiblichen Lust wirkt. Es handelt sich für diese Männer um den Kali-Aspekt der Parvati, vor dem sich viele Herren unserer Zeit, die ihr männliches Schiva-Prinzip wegen einer distanzierten/gestörten Beziehung zur Mutter nicht verwirklichen konnten, fürchten. An dieser Stelle geht die postmoderne psychoanalytische Sicht Hand in Hand mit dem hinduistischen Mythos.
Im kollektiv-äußeren Quadranten kann es uns gelingen, dieses Phänomen als Kultur-Krankheit zu sehen und zu interpretieren, um mögliche Therapiemethoden zu finden. Eine solche Art von Therapie kann die Praxis des sexuellen Tantra darstellen, durch die Männer zu ihrem himmlischen Sein/Erkennen und Frauen zu ihrer irdischen Lust Zugang finden. Dann wird der Mann in der Frau die lustvolle, begehrenswerte und liebenswerte Göttin wiedererkennen. Die Frau kann dann in ihrer reifen Lust nicht nur selbstbewusst ruhen, sondern sie wird auch gesehen, begehrt, angenommen und geliebt.
Mein Tantramassage-Angebot
Meine ganzheitliche Tantramassage für die Frau ab 45 stellt eine perfekte Möglichkeit dar, in die Welt des Tantra einzutauchen und sich darin zu vertiefen. Diese authentische, zärtliche und feine Tantramassage stiftet Dir Mitgefühl und Angenommensein, Du wirst Dich von mir zutiefst respektiert, gesehen, berührt und ausbalanciert fühlen. Als aufmerksamer, sinnlicher, erfahrener und achtsamer Wegbegleiter helfe ich Dir, Deine Kraft und die Quelle des Lebens in Deiner eigener Lust zu finden und daraus zu schöpfen. Dabei spielt für mich Deine äußere Erscheinung überhaupt keine Rolle. Vielmehr sind es Deine inneren Qualitäten, die ich schätzen und zum Vorschein bringen werde: Deine innere Reife, Deine Körper- und Gefühlserfahrung, Deinen Geist und Dein Herz, die dank meiner Tantramassage zur Bereicherung, Entwicklung, Ekstase und Fülle in der Liebe beitragen.
Mit meiner liebevollen ganzheitlichen Tantramassage für die Frau ab 45 schaffe ich es, gegen den Mainstream zum Licht zu schwimmen um die wunderbare Qualitäten der reifen Frauen zu fördern und die Fülle ihrer Erfahrungen vollkommen und bewusst zum Ausdruck zu bringen.
(c) Zürich, 22.09.2011
